Mauthausen
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Kärnten
Koroška
– Aktuelles
© Lilith Erian
Wider das Vergessen - Matinee zum Internationalen Holocaust-Gedenktag
Das Mauthausen Komitee Kärnten, das kärnten.museum und die Stadt Klagenfurt luden am Sonntag, den 25. Jänner 2026 gemeinsam zur Matinee zum Internationalen Holocaust Gedenktag ins kärnten.museum. Im Rahmen der Veranstaltung präsentierten die Brüder David und Paul Gulda die Familienmemoiren „Loew – Lebenswege einer jüdischen Familie“.
Eingeleitet mit Chopins Mazurka in g-moll beginnt die würdige Gedenkveranstaltung, deren Botschaft vor allem eines besagt: Es ist nicht selbstverständlich in einer Demokratie zu leben -wir müssen sie uns täglich neu erkämpfen.
Die Veranstaltung zum Nachhören bei Radio Agora.
„Wir brauchen neuralgische Orte der Erinnerung“

Am Ort des ehemaligen KZ-Außenlagers Loibl-Nord wird ein Museumspavillon als Ort der Reflexion und der Bildung entstehen. Am 23. Jänner 2026 wurde das Siegerprojekt des Kärntner Büros Čertov / Winkler+Ruck Architekten der Öffentlichkeit präsentiert.
Gerade für das Mauthausen Komitee Kärnten/Koroška ist dieses Projekt von essenzieller Bedeutung, wie Vorsitzender Manfred Morokutti, betont:, „Solch neuralgische Orte der Erinnerung brauchen wir gerade in Zeiten wie diesen. Bei der Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus entsteht immer Redebedarf. Jetzt haben wir einen Reflexionsraum, wo Jugendliche Raum bekommen, um über ihre Emotionen zur sprechen.“
Das Siegerprojekt soll einen Erinnerungskörper bilden und sei als Art Tunnel und Baracke konzipiert worden, der Raum für Gedenken, Erinnerung aber auch Würde geben solle.
Die Gesamtkosten für die Errichtung des Projektes sollen rund 800.000 Euro betragen. Davon werden 500.000 Euro von der 100 Jahre Kelag Gemeinnützige Privatstiftung zur Verfügung gestellt. Die restlichen Mittel kommen aus dem Budget des Landesmuseums und der Orts- und Regionalentwicklung.
Kärntner Menschenrechtspreis 2025 für das Mauthausen Komitee Kärnten/Koroška

Der Kärntner Menschenrechtspreis 2025 ging an das Mauthausen Komitee Kärnten/Koroška und an den Verein Erinnern Villach.
Am 13. Dezember 2025 wurde die Auszeichnung von Landeshauptmann Peter Kaiser im Spiegelsaal der Kärntner Landesregierung verliehen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert, die nunmehr in die nachhaltige Fortführung der Bildungs- und Erinnerungsarbeit des Vereins fließen sollen.
Juryvorsitzende Larissa Krainer hielt die Laudatio für das Mauthausen Komitee Kärnten/Koroška und erinnerte an die unmenschlichen Bedingungen, unter denen in der NS-Zeit KZ-Häftlinge und Kriegsgefangene den Loibltunnel errichten mussten. Sie erwähnte auch Lagerarzt Sigbert Ramsauer, der Häftlinge per Benzininjektion getötet hatte und nach dem Krieg als Arzt in Klagenfurt tätig war. „Das alles zu erzählen ist immer wieder nötig, um nicht zu vergessen“, so die Juryvorsitzende.
„Man kann aus der Geschichte lernen – muss es aber auch wollen“

Altbundespräsident Heinz Fischer sprach bei der Internationalen Gedenkveranstaltung 2025 am Loibl Nord.
Rede mahnte Altbundespräsident Heinz Fischer ein, von der Geschichte zu lernen. „Man kann aus der Geschichte lernen – muss es aber auch wollen. (…) Die Erkenntnisse aus der Geschichte ermöglichen uns, gefährliche Strömungen, die unserer demokratischen Grundwerte in Frage stellen oder das gesellschaftliche Zusammenleben gefährden, vorab zu erkennen“, betonte Fischer und warnte: „Die Demokratie ist zwar stark, aber nicht unzerstörbar“.
Manfred Morokutti erinnerte daran, dass die Bewusstseinsbildung eine zentrale Aufgabe des Vereins sei. „Unser Ziel ist es, jungen Menschen das Rüstzeug zu geben, um mit Antisemitismus, Rechtsextremismus und Propaganda umgehen zu können. Das KZ Loibl soll nicht nur ein Ort der Erinnerung sein, sondern auch ein Ort zum Nachdenken, an dem gezeigt wird, zu welchen schrecklichen Taten Menschen fähig sein können.“
Claude Simon, Präsident Amicale de Mauthausen, wandte sich mit einer Grußbotschaft an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gedenkveranstaltung. Saša Jese, Enkelin von Janko Tišler, sprach als Nachkommin eines Zeitzeugen. Als „Stimme der Jugend“ kamen Tamara Joainig und Emilija Pirker vom Verein Lila Winkel zu Wort. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Silvia Igerc und Arthur Ottowitz. Für die Moderation waren Petra Erian und Daniel Wutti verantwortlich.
Kontakt
Mauthausen Komitee Kärnten/Koroška
Rajacher Straße 53
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